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Sunday, February 17th  
Emil Rehberg reflektiert wichtige Ereignisse

Emil Rehberg reflektiert wichtige Ereignisse
Chronik zum 90-jährigen Vereinsjubiläum des
Sportverein Wölf  -  „Rot-Weiss Wölf“


Verehrte Gäste,
Liebe Sportfreunde und Mitglieder des SV Wölf,

wir feiern heute das 90-jährige Bestehen des Sportvereins  Rot-Weiss Wölf. Bei diesen „Runden Geburtstagen“, seien es private Anlässe wie z.B. eine Goldene Hochzeit, ein Betriebs- oder Firmenjubiläum oder eben wie bei uns heute Abend ein Vereinsjubiläum, da kommen immer wieder die gleichen Fragen auf.

Und zwar:
- Wie hat es damals vor  90 Jahren angefangen?
- Wie war die Entwicklung des Vereins in den zurückliegenden Jahren?
- Welche Erfolge hat man in dieser Zeit verbuchen können?
- Welche Schwierigkeiten bzw. Probleme gab es zu bewältigen?

Wenn man diese oder andere Fragen in Bezug auf den Sportverein Wölf  
stellt, so soll die von mir zu der heutigen Feierstunde speziell erstellte Chronik mithelfen, diesen Rückblick ein wenig aufzufrischen.
Mehr als ergänzt wird die Chronik des heutigen Abends noch durch das umfangreiche Bild- und Textmaterial, das Oliver Abel digitalisiert hat und nun am Ausgang des Zeltes in ausgedruckter Form angesehen werden kann.

Deshalb möchte ich zuerst auf die Frage zurückkommen, wie hat es damals  vor 90 Jahren angefangen?



• Man schrieb das Jahr 1925.  Auch hier in den Gemeinden Wölf, Oberweisenborn und Mengers, die auch eine Kirchen- und Schulgemeinde bildeten, begann man sich von den Folgen des 1. Weltkrieges und der Inflation zu erholen. In dieser Zeit vertrieben sich die sportbegeisterten Burschen in den Dörfern ihre Freizeit sehr gerne mit dem Fußballspielen. Heute völlig unvorstellbar, aber zu jener kargen Zeit gab es so gut wie keine Lederbälle. Also behalf man sich mit dicken Woll- und Stoffknäulen, die von Mann zu Mann gespielt wurden. Als Platz dienten die Wiesen um die Ortschaften. Der Ärger mit den Besitzern ließ nicht lange auf sich warten.  Auf Grund dieser Schwierigkeiten zog man sich auf ein Stück Ödland unterhalb des Ringberges zurück. Dieses Gelände war jedoch nicht als Fußballplatz geeignet, da es sehr uneben und schief war. Der Enthusiasmus am Fußballspiel war offenbar deutlich Größer als die vielen Probleme die man hatte. Daher reifte die Idee, einen Sportverein zu gründen.  An der Gründung waren folgende Männer  maßgeblich beteiligt: Alois Wiegand (Schuster in Wölf), Reinhold Brons (Schreiner in Wölf), Albert und Gregor Abel (Landwirtssöhne), Albert Abel  (Schreiner aus Oberweisenborn), Albert Abel (Lebensmittelkaufmann in Wölf),  Alois und August Hahner (Stellmacher in Wölf), Josef Ottmann (Wölf), Josef Schuck (Wölf) sowie Leopold und Adam Waider aus der Stetenmühle. Den Vorsitz des neuen Vereins übernahm Alois Wiegand.  Zu dem Vereinsvorstand gehörten auch die Brüder Adam und Leopold Waider. Man gab dem neu gegründeten Verein den Namen: „Blau-Weiß 1925 Wölf“. Obwohl die Vorstandsmitglieder noch relativ jung und unerfahren waren, wurden alle Anfangsschwierigkeiten mit unglaublichem Idealismus überwunden. Seitens der älteren Einwohner und Grundstücksbesitzer gab es kaum Unterstützung. Auch der seinerzeitige örtliche Pfarrer unternahm große Anstrengungen, um die sportliche Betätigung der Jugend zu unterbinden. Nach seiner Ansicht verstieß es gegen Sitte und Moral, mit so kurzen Hosen und nackten Beinen umherzulaufen. Zunächst gab es kaum sportliche Erfolge,  lediglich 3 bis 4 Zuschauer fanden sich zu den Spielen ein. Und die Sportplatzfrage war auch noch nicht gelöst. Eine Übergangslösung war ein Stück Wiese in der Nähe der Stetenmühle. Nach einiger Zeit konnte dann mit Unterstützung des Kreisjugendpflegers eine Wiese des Bauern Adam Trabert erworben werden. Sicherlich hatten seine Söhne, die ja auch zum Verein gehörten, ihren Vater hierbei stark beeinflusst. Erneut musste mit viel Eifer und Idealismus das neue Sportgelände  wieder hergerichtet werden. Im Jahre 1926 wurden dann die ersten Verbandsspiele  in einer Abteilung des Westdeutschen Spielverbandes durchgeführt. Dieser Gruppe gehörten neben Wölf die Vereine aus Rückers, Hünhan, Kirchhasel, Oberufhausen, Leibolz, Großentaft und Rasdorf an.  Die ersten Spiele gingen fast ausnahmslos verloren.  Mit der Zeit bildete  sich aber eine gute und spielstarke Mannschaft. Neben den Verbandsspielen nahm man auch regen Anteil an den Sportfesten und bestritt zudem noch einige  Freundschafsspiele. Die Begeisterung am Fußballsport war offenbar sehr groß.

Da die meisten Sportvereine des Kreises in die bereits bestehenden  oder neu gegründeten Kolpingvereine übernommen wurden, bestand keine Möglichkeit mehr, gegen diese Vereine an Verbandsspielen teilzunehmen. Folglich wurde auch hier in Wölf die Umwandlung des Sportvereins in einen Jugend- und Jungmännerverein vollzogen. Der Verein wurde daraufhin Mitglied des Verbandes DJK (Deutsche-Jugend-Kraft). Der damalige Lehrer an der Wölfer Volksschule, August Breitung, stellte sich in den Dienst des Vereins und war zugleich dessen 1. Vorsitzender. Die Sportplatzfrage blieb ein Dauerthema, da bei den angrenzenden Äckern immer wieder Flurschäden entstanden.

Im Sommer 1931 war es dann endlich soweit. Nach den vielen Rückschlägen und Hindernissen, die beiseite geräumt werden mussten, konnte endlich der neue Sportplatz eingeweiht werden. Um diesem Ereignis den festlichen Rahmen zu geben, wurde gleichzeitig das Bezirkssportfest „Vorderrhön“ ausgerichtet.


Eine noch vorhandene Einladung zu diesem Fest zeugt davon,  mit welcher Begeisterung und Freude man diesem langersehnten Tag entgegen sah.
(Anmerkung: Ich möchte diesen Text einmal vorlesen, denn nach meinem Empfinden spürt man daraus die unglaubliche Begeisterung, die damals für den Sport herrschte)

Das Plakat hatte folgenden Wortlaut:

Einladung zum Jugendkrafttag Vorderrhön, verbunden mit Platz- und Fahnenweihe am 7.7.1931.
Liebe Verbandsbrüder und Sportfreunde!
Der Jugend- und Jungmänner-Verein Wölf mit DJK-Abteilung hat die Ehre, zum 4. Bezirks Jugendkrafttag zu rüsten und wird alles aufbieten, um das Fest imposant und schön zu gestalten. Denkt an den Sporttag 1928 in Hünfeld, 1930 in Borsch, wo Wettkämpfer und Zuschauer sich einen herrlichen Sonntag bereiteten. So wollen wir jetzt schon versprechen: Der Wölfer Jugendkrafttag soll nicht nur dem  Volke, sondern auch den verehrten Sportvereinen und Freunden ein Erlebnis werden. Ein Tag der Jugendfreude bei frohem Spiel, edlem Wettkampf, lustigem Wandertreffen. Ein stolzer Tag unserer Werbung für  Eltern und Erwachsene.
Sportbrüder aus Nah und Fern, wir rufen Euch!
Sportkollegen wir bitten Euch!
Sportfreunde wir erwarten Euch!

„Jugend- und Jungmännerverein DJK Wölf“
Gez. Wassermann, Präses
Gez. Leopold Waider, Vorsitzender
Gez. Breitung, Leiter des Vereines
Gez. Albert Abel, Fußball-Abteilungsleiter

Man hatte die Veranstaltung gut vorbereitet. Der Tag selbst wurde zu einem vollen Erfolg.  Für die Mitglieder des Wölfer Sportvereins war es die Krönung jahrelanger stiller, zäher und beharrlicher Arbeit gewesen. Der Sportverein stand ab diesem Zeitpunkt sowohl wirtschaftliche als auch sportlich auf einem soliden Fundament. Der beginnende wirtschaftliche Aufschwung in den 30-iger Jahren verursachte auch in unseren Gemeinden zu einer starken Abwanderung der jungen Männer vor allem nach Westfalen in die Industrieregionen. Der Spielbetrieb wurde durch die personellen Abgänge immer schwieriger und spätestens mit Beginn des zweiten Weltkrieges musste er eingestellt werden. Dennoch fanden sich die Jugendlichen und Kinder immer wieder -  soweit es die Zeit erlaubte -  auf dem vorhandenen Sportplatz ein, um dem runden Leder nachzulaufen. So war es nur zu verständlich, dass nach dem 2. Weltkrieg der Wunsch wieder wach wurde, den Spielbetrieb erneut aufzunehmen. Die aus dem Krieg zurückgekehrten ehemaligen Spieler und Mitglieder des Blau-Weiß 1925 Wölf fanden sich daraufhin zusammen. Nach einigen vorbereiteten Besprechungen konnte man am 15.7.1946 die „ Turn- und Sportgemeinschaft Rot-Weiß Wölf“ ausrufen.
Eine Zeitzeugin, Klara Trabert (Tochter des Schneidermeisters Heinrich Wiegand aus Wölf), hat mir berichtet, dass man einen Ballen weißer Ballonseide hatte um daraus Trikots zu nähen. Die Hosen wurden aus rotem Tuch hergestellt, das ebenfalls vorrätig war. Daher die Namensänderung auf „Rot-Weiß Wölf“.
Besonders zu erwähnen sind bei der Neugründung August Abel, Karl Abel, August Bußlapp , Adam und Anton Giebel, Franz Sander, Adam Waider und Alois Wiegand. Zum 1. Vors. wurde Adam Waider der langjährige Vors. des alten Vereins gewählt. Man nannte den nun wieder mit Leben erfüllten Verein nun Turn- und Sportgemeinschaft, da es zu dieser Zeit üblich war, neben dem Fußballspiel auch zu turnen und Leichtathletik zu betreiben. Als Übungsleiter fungierte der damalige Schulleiter Wilhelm Sauerbier. Die Platzfrage war diesmal kein Problem. Die jetzigen Schwierigkeiten bestanden darin, dass man zwar Geld besaß, aber nichts dafür kaufen konnte.  So mussten Schuhe, Bälle, Trikots und alles was man für den Spiel- und Sportbetrieb benötigte regelrecht gegen Mehl, Eier, Speck und sonstige Lebensmittel eingetauscht werden. Dank der Mithilfe sehr vieler Mitglieder konnten auch diese Probleme gelöst werden. Durch die in unsere Dörfer angekommenen Flüchtlinge und hier eine neue Heimat suchenden ehemaligen Soldaten, wurde der Verein mit guten Spielern bereichert, sodass alsbald eine sehr spielstarke Mannschaft entstand.  In der Verbandspielserie 1948/49 wurde die Wölfer Mannschaft Gruppenmeister und erreichte so den Aufstieg in die A-Klasse. Der vorhandene Sportplatz entsprach nach Lage und Größe nicht mehr den damaligen Erfordernissen. Aus diesem Grund war man sich einig, den Platz zu vergrößern .Der Damalige Bürgermeister Adam Trabert stellte dankenswerterweise wieder das notwendige Gelände zur Verfügung. Mit Fördergeldern war nicht zu rechnen. Folglich musste die Maßnahme mit eigenen Mitteln und durch den freiwilligen Einsatz der Mitglieder umgesetzt werden. Im April 1948 wurde mit den ersten Arbeiten begonnen. An der Seite nach Oberweisenborn musste ca. 1 m hoch Erde aufgefüllt werden, um eine ebene Fläche zu erhalten. Da keine technischen Hilfsmittel zur Verfügung standen, kam der gute alte „Handbagger“ sprich: Schippe und Hacke“ zum Einsatz. Man hatte sich auch ein Stück Feldbahngleis und Kipploren organisiert um die Erde zu transportieren. Die Arbeiten kamen anfangs gut voran. Am 20.6.1948 kam dann unerwartet  die Währungsreform dazwischen. Der Verein stand plötzlich ohne jegliche finanzielle Mittel dar. Die Deutsche Mark besaß nun wieder Kaufkraft und jeder musste sich mehr als bisher auf das „Geldverdienen“ konzentrieren. Die Folge war, dass der freiwillige Einsatz stark nachließ und die Arbeiten nur noch sehr langsam vorangingen. Sonntag für Sonntag musste deshalb auswärts gespielt werden. Die Spieler fuhren zum Teil mit dem Fahrrad oder auf dem LKW von Paul Mörmel. Um die Fertigstellung des Sportgeländes voran zu treiben, sah man sich deshalb gezwungen, die Arbeiten im Stundenlohn zu vergeben. Anfang Sept. 1949 war es dann endlich soweit. Der Platz konnte seiner Bestimmung übergeben werden. Trotz sparsamster Haushaltsführung hatte sich der Verein aber mit ca. 1.000,-- DM verschuldet. Diese Tatsache verbot es, die Einweihung des  neuen Platzes in einem größeren Rahmen zu feiern. Es wurde lediglich ein Freundschaftsspiel gegen Neukirchen durchgeführt.  Die kirchliche Einweihung nahm der damalige Kuratus Albert Klesper vor, der in all den Jahren ein Freund und Förderer des Vereins war. Wie schon erwähnt, erreichte die 1. Mannschaft am 27.3. 1949 in einem Entscheidungsspiel gegen Rasdorf mit 3 : 2 Toren, das auf neutralem Platz in Eiterfeld ausgetragen wurde, den Aufstieg in die A-Klasse. Leider sollte sich dieser Aufstieg für den gesamten Verein als wenig gut ausweisen. Die Mannschaft war spielerisch den alten A-Klasse-Mannschaften unterlegen und so gingen fast alle Spiele in der neuen höheren Klasse verloren. Auch sollte erwähnt werden, dass Wölf zu dieser Zeit eine Damenhandballmannschaft hatte. Dies war für einen kleinen Dorfverein schon etwas Besonderes.

Obwohl die Hauptaufgabe des Vereins die Ausübung des Fußballsports war, kam aber auch das kulturelle Leben in dieser Zeit nicht zu kurz. Unter der Leitung des damaligen Lehrers Sauerbier und später unter Ernst Seiler entstand auch eine sehr aktive und gute  Theater- sprich: Laienspielgruppe.

Der wirtschaftliche Aufschwung nach der Währungsreform hatte dann auch zur Folge, dass einige Spieler abwanderten. Die Schuldenlast hatte sich zudem auch kaum verringert, obwohl der Jahresbeitrag von 6,-- DM um 200 % auf 18,-- DM angehoben worden war. Mit Beginn der Spielserie 1950/1951  wurden die Mannschaften unter anderem wegen der laufenden Kosten, die nicht durch entsprechende Einnahmen  gedeckt werden konnten, aus den Verbandsspielen zurückgezogen. Man hatte sich darüber verständigt, zunächst die Schulden abzutragen und erst dann wieder mit dem regulären Spielbetrieb zu beginnen. Die jüngeren Kerle und die Jugendlichen nutzten zwar das Sportgelände noch in ihrer Freizeit zum Fußballspielen. Die jungen und talentierten Spieler, die Wölf damals hatte, schlossen sich aber den Nachbarvereinen Eiterfeld und Ufhausen an. Mitte der 50-iger Jahre wurde der Aufschwung in Deutschland auch in unseren Dörfern sichtbar. Viele Männer, die in Frankfurt, Kassel oder in Westfalen eine Arbeitsstelle gefunden hatten, fanden dann in unserer engeren Heimat einen Arbeitsplatz und kehrten deshalb wieder zurück. Familien siedelten sich hier an, was mehr Nachwuchs für den Sport bedeutete. Einer, der auch aus Westfalen zurückkam, war Gerhard Hahner. Er hatte dort in einer Mannschaft gespielt und wollte sich, da Wölf keine Mannschaft im Spielbetrieb hatte, dem VFL Eiterfeld anschließen. Von einem damaligen Funktionär in Eiterfeld wurde seine Anfrage aber abschlägig beschieden, da man genug Bauern aus den umliegenden Dörfern hätte. Diese Absage hat er dann unmittelbar danach mit Theo Hilpert besprochen und man war sich schnell einig, wieder einen eigenen Spielbetrieb in Wölf aufzunehmen. Darauf traf man sich nach einer entsprechenden Einladung am 27. Juni 1956 in der Gaststätte Hilpert. An diesem Abend fanden sich 17 Sportfreunde ein, die sich einstimmig wieder für einen eigenen Spielbetrieb in Wölf aussprachen. Die notwendigen Vereinsstrukturen wurden auch gleich miterledigt. Das Amt des neuen 1. Vors. übernahm Theo Hilpert, 2. Vors. wurde Albert Herr aus Oberweisenborn. Josef Waider („Raiffeisen-Jupp“) wählte man zum Schriftführer und Eugen Wiegand zum Kassenwart. Josef Ottmann übernahm die Funktion des Ballwartes. Die Euphorie war wiederum sehr groß. Der Platz wurde wieder in Ordnung gebracht, neue Tore gezimmert, usw. Noch im gleichen Herbst wurde der ordentliche  Spielbetrieb in der C-Klasse Hünfeld wieder aufgenommen. In dieser Klasse spielten zumeist die Reservemannschaften der größeren Vereine. Nach Ende der Spielserie 1959/60 stieg unsere Mannschaft wieder in die B-Klasse Hünfeld auf.

Ab dieser Zeit veranstaltete der SV Wölf fast in jedem Jahr ein Sportfest mit Pokalturnier. Auf besonderes Interesse stießen dabei die Spiele der  „Alten-Herren-Mannschaft“ mit den Spielern die nach dem Krieg bis Anfang der 50-iger Jahre aktiv waren. Um einige Namen zu nennen: Albert Abel, Josef Wiegand (Hain), August Rehberg, Eugen Wiegand, Josef Waider, Paul Mörmel, Ernst Schuldes und einige andere.

Ab der Saison 1965/66 wurde Wölf dann der B-Klasse Hersfeld / Ost zugeteilt.  Man stellte aber alsbald fest, dass diese Gruppe nicht gut für den Verein war. Wenn spielerisch z. T. auch sehr erfolgreich, so fehlten doch die notwendigen Zuschauer, die zu den Derbys mit den Mannschaften des Kreises Hünfeld kamen.
Auf einen entsprechend begründeten Antrag der Vereinsführung, wurde unsere Mannschaft deshalb ab der Saison 1966/67 wieder der B-Klasse Hünfeld zugeordnet.

Die Sportplatzfrage blieb ein Dauerthema. In den nassen Jahreszeiten war der Platz auf Grund der schlechten Bodenverhältnisse oft unbespielbar. Im Jahre 1964 wurde der Platz mit Hilfe von Sport- und Gemeindemitteln sowie durch erhebliche Eigenleistungen mit einer Drainage versehen. In 1966 wurde noch eine Umzäunung gebaut, um die Flurschäden ein wenig abzumildern.

Im Rahmen einer Platzbesichtigung durch den Kreissportausschuss, wurde trotz der in früheren Zeiten vorgenommenen Vergrößerungen der Fußballplatz immer noch für zu klein angesehen und man empfahl der Gemeinde, den Platz nochmals zu vergrößern. Unter Federführung des damaligen Bürgermeisters Karl Seiler wurden die entsprechenden notwendigen Grundstücksverhandlungen erfolgreich geführt. Pfingsten 1970 erfolgte dann die Übergabe und Einweihung des für mehr als 60.000,-- DM umgebauten neuen Sportplatzes in einem größeren  feierlichen Rahmen. Die Verantwortlichen konnten zahlreiche Ehrengäste sowie viele ehemalige Aktive aus der Gründerzeit sowie aus der Nachkriegszeit begrüßen, die alle extra von auswärts angereist waren. Die Feier wurde wie auch heute Abend von dem Musikverein Wölf musikalisch umrahmt. Auch die Wölfer Feuerwehr leistete bei der Ausrichtung dieses Festes tatkräftige Unterstützung.

Einige Tage nach dem Sportfest traf sich der Festausschuss zu einer Nachbesprechung. In der Diskussion bedauerte man, dass zu wenig für die Schüler- und Jugendspieler getan würde. Daraufhin stellte sich Herr Hans Volmer, der aus gesundheitlichen Gründen als Rentner nach Wölf gezogen war, für diese Aufgabe zur Verfügung, um eine Schülermannschaft aufzubauen. Bereits das erste Spieljahr 1970/71 verlief recht gut und erfolgreich. Nur eine Spielzeit später konnte man den Aufstieg in die Schülerleistungsklasse erringen.  Hans Volmer veranstaltete jedes Jahr extra ein Schüler-Pokalturnier, an dem sogar Mannschaften aus Bochum, Recklinghausen und Kachtenhausen teilnahmen. Unsere Schülermannschaft war damals des Öfteren auf großer Fahrt, da man auch Freundschaftsspiele bei den vorgenannten Vereinen austrug. Diejenigen Spieler aus dieser Zeit, die heute Abend hier anwesend sind, werden sich sicherlich noch gut daran erinnern, dass sie eine Ehrenrunde mit entsprechender Ansage vor einem Bundesligaspiel im Bochumer Stadion drehen durften. Sicherlich ein unvergessliches Erlebnis. Die Arbeit von Hans Volmer war sehr wertvoll für den Verein. Um die Spieler, die aus Altersgründen die Schülermannschaft verlassen mussten, hier in Wölf zu halten, bildete man dann noch eine Jugendmannschaft, deren Betreuung Wolfgang Seiler übernahm. Der Zugang einiger Nachwuchsspieler  stärkte die Jugendmannschaft ungemein und das Leistungsniveau stieg deutlich an. Im Jubiläumsjahr 1975 präsentierte der Betreuer Wolfgang Seiler (damals wegen seiner sportlichen Erfolge auch „Lattek“ genannt) mit der Jugendmannschaft dem Verein die Meisterschaft. Dies war sicher ideell  das schönste Geschenk für den Verein. Die Jugendarbeit von Hans Volmer und Wolfgang Seiler trug lange Jahre gute Früchte für den SV Wölf. Nochmals Dank im nach hinein.

Es gibt ja den Spruch, wer rastet der rostet, d. h. man sollte sich im Leben egal ob im privaten oder beruflichen Bereich aber auch im Vereinsleben immer wieder neue Ziele setzen. Ein weiteres Ziel des Vereins war deshalb der Bau eines Sportlerheimes. Zum 60-jährien Vereinsjubiläum im Jahre 1985 gab es im Saal Hilpert einen wunderschönen Kommersabend an dem sich der Verein gut dargestellt hat und somit ein sehr gutes Bild nach außen abgeben konnte.
An dem gleichen Pfingstwochenende erfolgte dann auch die Grundsteinlegung für das neue Sportlerheim, das sich sicherlich sehen lassen kann. Auch dieses Gebäude wurde in den darauffolgenden Jahren noch erweitert und optimiert.

In den Jahren 1985 bis 1993  hat sich der SV Wölf meistens im oberen Drittel der Tabelle bewegt. In der Saison 1993/94 errang der SV Wölf dann die Meisterschaft in der A-Liga Hünfeld. Es folgte jedoch nur ein 1-jähriges Gastspiel in der Bezirksliga Nord. Nach dem Abstieg zählte  man in den nächsten Jahren  stets zu den Titelkandidaten, was sich dann auch in den jeweiligen Abschlusstabellen bestätigte.

In 2003 erfolgte dann der erneute Aufstieg der 1. Mannschaft in die Kreisoberliga, der man dann viele Jahre angehörte, um dann wieder in die A-Liga zurück zu kehren.  In der Saison 2011/12 gab es wiederum den Aufstieg von der Kreisliga A- 2 Hünfeld- Hersfeld in die Kreisoberliga Nord. Auch dieser Aufstieg war leider wieder nur ein kurzes Intermezzo von nur einem Jahr.
Die 2. Mannschaft ist seit vielen Jahren ebenfalls sehr spielstark. In 2006 erfolgte ebenfalls ein Aufstieg aus der B-Liga in die Fußball A-Liga Hünfeld/ Hersfeld. Auch hier zeigte sich, dass die A-Liga eine Nummer zu groß war, sodass nach nur einer Saison die Klasse wieder verlassen werden musste.
Hervorheben sollte man auch, dass Wölf seit vielen Jahren auch eine aktive und spielstarke „Alte-Herren-Mannschaft“ besitzt, die immer wieder Pokal- und Freundschaftsspiele  erfolgreich bestreitet.
Erwähnt werden muss zudem, dass der SV Wölf auch über viele Jahre  eine Fußballdamenmannschaft hatte, die in der Bezirksliga Fulda-Süd mit viel Elan und Ehrgeiz agierte und die lange Zeit auf hohem sportlichen Niveau spielte. Die Fairness der Damenmannschaft und die gute Betreuung der Schiedsrichter hat der Klassenleiter Schultheiss in einem Brief in 2008 besonders lobend erwähnt.
Zur Chronik des heutigen Abends gehört sicherlich auch, dass die geselligen Veranstaltungen angesprochen werden. Ich denke hier z. B. an  
die jährliche Ausrichtung des Pfingstsportfestes, die Saisonabschlussfeiern, die Oktoberfeste, den Weihnachtsmarkt, die Weihnachtsfeiern um nur die wichtigsten Veranstaltungen zu benennen.

Hervorzuheben sind auch die sehr guten Beiträge  des Sportvereins bei den jährlichen Faschingsveranstaltungen in Wölf. Man sieht hier herrscht ein reges Vereinsleben.


Erwähnt werden muss auch, dass der SV Wölf mit allen örtlichen Vereinen, ebenso mit allen Nachbarvereinen und auch mit vielen weiteren Vereinen ein gutes und kameradschaftliches Verhältnis pflegt. Dies spürt man vor allem durch die Gastfreundschaft, die unseren Fußballmannschaften immer wieder zu Teil wird.

Die seitherige Stetigkeit des Vereins, aber auch die Wertschätzung die der SV Rot-Weiss Wölf durch die örtlichen und befreundeten Vereine genießt, ist sicherlich auch darin mitbegründet, dass der Sportverein in all den Jahren über einen bewährten und erfahrenen Gesamtvorstand verfügt hat, der  durch umsichtiges und vorausschauendes Handeln den Verein stets in einem guten Fahrwasser gehalten hat.

Ich habe bewusst auf das Nennen der Namen von vielen Personen verzichtet, die für den SV Wölf aktiv waren, sei es als aktiver Fußballer, Trainer oder als Vereinsfunktionär. Wen sollte man erwähnen und wen bei der Vielzahl unerwähnt lassen? Aber stellvertretend für alle, die sich in der Vergangenheit verdient gemacht haben, möchte ich einen Namen nennen und zwar den von Ewald Kister. Er war nicht nur Fan und absolut treues Mitglied, sondern über viele Jahrzehnte Schriftführer und Linienrichter. Wer ihn kannte weiß, dass er gerne gereimt und stets einige Verse parat hatte. Einen dieser Verse möchte ich Ihnen noch in Erinnerung bringen.



Zum Abschluss möchte ich persönlich nochmals hervorheben, dass es für unsere Gesellschaft unendlich wichtig ist, vor allem junge Menschen für etwas zu begeistern und zu zeigen, dass es sich lohnt, sich für ein Ideal einzusetzen. Der Mensch fühlt sich als Mensch, wenn er Bindungen, wenn er eine geistige Heimat hat. Gerade ein Sportverein kann hier Vorzügliches leisten. Hier muss sich jeder bewähren, sich in eine Mannschaft  einordnen und auch im Wettkampf anständig benehmen. Mit all diesen Dingen leisten die Vereine einen wertvollen Beitrag zum Leben der Menschen miteinander und machen für alle damit das Leben lebenswerter.

Es bleibt zu wünschen, dass sich auch in Zukunft stets genügend, aber vor allem die richtigen  Leute finden, die sich uneigennützig in den Dienst des Vereins stellen und so auch weiterhin für Stabilität auf sportlichem sowie auf wirtschaftlichem Gebiet Sorge tragen.

In diesem Sinne wünsche ich dem Sportverein Wölf für die Zukunft alles Gute.


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Emil Rehberg
(Chronist)


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